16. Juni 2010

Bozen, vergangener Freitag: die neue Jugendstudie wird vorgestellt. Unspektakulär möchte man meinen. In dieser Erhebung steckt aber mehr. Denn sie hält uns den Spiegel vor. Für mich waren die Ergebnisse, das gebe ich zu, eine Überraschung, aber zugleich auch eine Bestätigung...
Das habe ich mir erwartet: 66,4 Prozent der Jugendlichen denken, dass es in unserem Land zu viele Einwanderer/innen gibt, laut 29,4 Prozent nehmen diese Einwanderer/innen unseren Arbeitslosen die Arbeitsplätze weg, 39,5 Prozent meinen, sie sollten doch besser in ihre Heimat zurückkehren. Dass der Umgang mit unseren ausländischen Mitbürgern große Herausforderungen und auch Schwierigkeiten mit sich bringt, ist nicht neu. Dass trotz Vollbeschäftigung und hohem Bedarf an ausländischen Arbeitskräften in Landwirtschaft, Tourismus und Pflege aber fast ein Drittel die Ausländer vom Arbeitsmarkt fegen möchte, überrascht mich doch etwas.
Es freut mich aber, dass die Ergebnisse gleichzeitig Lösungen liefern: dort, wo Begegnung mit ausländischen Bürgern stattfindet, sind die Ängste und Vorbehalte am geringsten. Gezielt Treffpunkte mit jenen Ausländern zu schaffen, die sich integrieren, die arbeiten, aber auch hier leben möchten, wird ein vernünftiger, aber sicher nicht unumstrittener Ansatz sein.
Beeindruckender sind für mich aber ganz andere Erkenntnisse. 75 Prozent der Jugendlichen klagen über zu hohe Leistungsanforderungen und haben unbestimmte Zukunftsängste, gar 47,8 Prozent haben Angst vor Arbeitslosigkeit. Hier muss die Politik Antworten liefern: auf die wesentlichen Bedürfnisse wie Arbeit, Absicherung, soziale Sicherheit, Selbstentfaltung. Es gibt noch viel zu tun...
Ich hoffe jetzt nur eines: dass diese Ergebnisse nicht in einer Schublade verschwinden, sondern ernst genommen, aufgearbeitet und in konkrete Maßnahmen umgeschrieben werden. Sicherlich kein leichtes Stück, aber eine Herausforderung.
Euer Philipp
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Philipp
Achammer

