Auftaktveranstaltung #Kulturperspektiven in Bozen

Kunst und Kultur und Wirtschaft zusammenbringen, das war der Antrieb für mich, die Veranstaltungsreihe #Kulturperspektiven zu initiieren. Am gestrigen Abend (3. Mai) habe ich in der Stiftung Antonio Dalle Nogare in Bozen den Startschuss gegeben. Mit dabei: rund 50 Interessierte aus Kunst, Kultur und Wirtschaft und meine Gäste, Schauspielerin Eva Kuen, Kulturmanager Peter Paul Kainrath sowie die Unternehmerinnen Maria und Daniela Niederstätter. Gekonnt moderiert hat den Abend Harald Pechlaner.

Gemeinsam mit dem Publikum haben wir darüber diskutiert, wie sinnvoll es ist, Kunst und Kultur und Wirtschaft interdisziplinär zu denken, wo die gemeinsamen Schnittstellen liegen und wie diese stärken und über die Frage, wie den gemeinsamen Raum von Kunst, Kultur und Wirtschaft noch besser gestalten. 

Kunst, Kultur und Wirtschaft: Ein Zusammenspiel auf Augenhöhe

Ich bin überzeugt, es braucht eine Begegnung, ein Zusammenspiel auf Augenhöhe zwischen Kunst und Kultur einerseits und Wirtschaft andererseits. Für die Gestaltung einer nachhaltigen Kulturpolitik gilt es, die Bereiche nicht isoliert, sondern gemeinsam zu denken. Dass es eine solche Denkart, aber auch eine Auseinandersetzung braucht, darüber waren sich meine Podiumsgäste aus dem Kunst-, Kultur- und Wirtschaftsbereich einig, eben weil sich so „eine Win-win-Situation“ für Kunst, Kultur und Wirtschaft ergibt: Zum einen könne das „strategische Denken der Unternehmerschaft“ für den Kulturbereich eine interessante Perspektive sein. Zum anderen könne es für die Wirtschaft von Vorteil sein, sich stärker mit dem sogenannten „zweckfreien Raum“, der der Kunst und Kultur eigen ist, auseinanderzusetzen. 

Mehr Verständnis für Diversität 

Auch gelte es „ein Verständnis für die Unterschiedlichkeit“ zu entwickeln, eben dafür, dass Künstlerinnen und Künstler – im Vergleich zu Unternehmerinnen und Unternehmern – mit einem anderen Anspruch das tun, was sie können. Die Unterstützung der Kunst und Kultur vonseiten des Unternehmertums sei genauso notwendig wie öffentliche Förderungen, um die kulturelle Vielfalt im Land, die Vernetzung und auch den Unternehmens-Standort zu stärken. Dabei sei für die Kunst und Kultur „ein langfristiges Denken“ der Wirtschaft interessant, wenn es darum geht, als Partner Kulturprojekte, kulturelle Initiativen oder Einrichtungen zu unterstützen. In der Diskussion hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang auch, dass es nicht darum gehe, große und kleine kulturelle Initiativen, Projekte, Festivals und mehr gegeneinander aufzuwiegen, sondern es „ein Miteinander“ geben muss, sodass sich Kunst und Kultur „authentisch und frei“ entwickeln können. 

 Ein wechselseitiges Geben und Nehmen

Denn, so das Fazit des Diskussionsabends: Kultur braucht die Wirtschaft und umgekehrt; es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Kunst und Kultur muss sich nicht rechtfertigen, weder wirtschaftlich noch sonst wie, weil sie für die Gesellschaft Unbezahlbares leistet. Und für die Zukunft? Ich wünsche mir, dass sich Kunst und Kultur – wenn es darauf ankommt – viel selbstbewusster und in einer stärkeren Lobbyarbeit wahrnehmen und präsentieren. 

Die starke Resonanz und der rege Austausch zwischen Kultur und Wirtschaft bei der Auftaktveranstaltung #Kulturperspektiven in der Stiftung Antonio Dalle Nogare zeigt, wie relevant es ist, dass Kultur und Wirtschaft ins Gespräch kommen. 

 

Die weiteren Termine der Veranstaltungsreihe #Kulturperspektive, die jeweils um 80 Uhr beginnen, sind:

am 9. Mai 2022 im Unternehmen DUKA in Brixen mit Landesrat Philipp Achammer, Künstlerin Mirijam Heiler, Unternehmerin Marina Rubatscher Crazzolara und WIFO-Direktor Georg Lun

am 17. Mai 2022 in der Brauerei FORST in Algund mit Landesrat Philipp Achammer, Unternehmer Federico Giudiceandrea, Künstlerin Petra Polli und Direktor des Südtiroler Kulturinstituts Peter Silbernagl

Posted on May 3, 2022 .